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Prepaid-Kreditkarten

In den letzten Jahren und Jahrzehnten machten sich die Kreditkartengesellschaften immer wieder Gedanken darüber, wie sie auch weniger finanzkräftige Kunden eine Kreditkarte zur Verfügung stellen können, ohne dabei ein finanzielles Risiko einzugehen. Heraus kamen schließlich die so genannten Prepaid-Kreditkarten - ein Modell, dass insbesondere in den letzten zehn Jahren große Erfolge aufweisen konnte.

Zunächst zur Definition: Eine Prepaid-Karte als Kreditkarte zu bezeichnen, ist im Grunde genommen falsch. Denn diese Karte gewährt ihrem Nutzer keinen Kredit, sondern erlaubt es ihm lediglich, sein zuvor auf das Kartenkonto transferiertes Guthaben bargeldlos mithilfe der Karte zu nutzen. Das bedeutet konkret: Eine Prepaid-Karte muss zunächst mit einem Guthaben aufgeladen werden, bevor man sie zum Bezahlen nutzen kann. Hinsichtlich der Akzeptanz der Prepaid-Kreditkarte besteht dabei kein Unterschied zu einer regulären Karte, das heißt, sie wird in allen Geschäften, Hotels und Restaurants akzeptiert, die auch die Kreditkarten der großen Kartengesellschaften annehmen.

Doch bleiben wir noch etwas beim entscheidenden Merkmal der Prepaid-Kreditkarte, dem vorherigen Auflagen. Der Kunde muss also zunächst etwas von seinem Guthaben auf das Kartenkonto transferieren, um dieses im Anschluss bargeldlos verbrauchen zu können. Dabei stehen ihm verschiedene Wege offen, sein Geld auf das Kartenkonto zu übertragen. Der einfachste, klassische Weg ist die Banküberweisung, hier dauert es allerdings ein paar Tage, bis das Geld schließlich auf dem Kreditkartenkonto verbucht wird und die Karte somit benutzt werden kann. Wer sein Kartenguthaben schneller haben möchte, der kann auch an mittlerweile zahlreichen Akzeptanzstellen Bargeld einzahlen und dieses direkt auf das Kartenkonto gutschreiben lassen. Alle Kreditkartenanbieter verfügen über eine Liste ihrer Akzeptanzstellen, bei denen auch Bareinzahlungen auf das Kartenkonto vorgenommen werden können.

Trotz dieser Vereinfachung ist es für den Kunden immer noch lästig, zunächst Zeit und Arbeit zu investieren, bevor er seine Kreditkarte nutzen kann. Diese Einschränkung im Komfort im Umgang mit der Prepaid-Kreditkarte haben auch die Kartengesellschaften mitbekommen und haben sich daher in den letzten Jahren vielfach Gedanken darüber gemacht, wie das Zahlen mit einer Prepaid-Kreditkarte vereinfacht werden könnte.

Durch die schnelleren Übertragungsgeschwindigkeiten mittels ISDN, WLAN etc. ist es seit wenigen Jahren möglich geworden, auch Direktabbuchungen vom Girokonto über die Kreditkarte vornehmen zu lassen. Das bedeutet: Der Kunde zahlt in einem Geschäft mit seiner Prepaid-Kreditkarte, auf der in diesem Fall nicht zwangsläufig ein Guthaben vorhanden sein muss. Direkt während des Bezahlvorgangs belastet die Kreditkartengesellschaft das Verrechnungskonto des Kartenbesitzers mit dem entsprechenden Betrag. Weist dieses ein ausreichendes Guthaben auf, so kann die Zahlung getätigt werden. Es wird also bei jedem Zahlungsvorgang explizit überprüft, ob das Verrechnungskonto auch die nötige finanzielle Deckung aufweist. Damit ist dieses Verfahren grundsätzlich mit der Zahlung per EC-Karte zu vergleichen. Der Vorteil liegt jedoch darin, dass der Kunde mit seiner Kreditkarte auch dort bezahlen kann, wo keine gewöhnlichen EC-Karten akzeptiert werden. Dies kann zum Beispiel im Ausland der Fall sein.